Nachdem ja schon die X1T-O angekommen sind und ich bisher nur viel gelesen hab was das System von Godox angeht, sind die ersten Blitze endlich da. Ich hab zugeschlagen und in den sauren Apfel gebissen und 2 TT600 sowie 2 TT685O geordert nachdem klar war, das die TT685O tatsächlich am Markt verfügbar sind. Da die TT600 ohne TTL-Fähigkeit kommen, wollte ich noch die TT685 mit TTL. Beide Blitze sind in der Lage mit dem X1T-O (Blogeintrag siehe hier) im FP/HSS-Modus zu blitzen. Genau darum ging es mir bei der Umstellung meiner bisherigen Systeme auf das Godox-System.

Die Olympusblitze unterstützen zwar auch den entfesselten FP-Modus, aber nur per Lichtsignal (der Blitz pulst) und somit ist immer zwingend eine Sichtverbindung zur Kamera Voraussetzung und darüber hinaus sind die, einfach eben weil sie vom Hersteller kommen, extrem teuer. Der TT600 kostet bummelig 65,-€ und der TT685 um die 115,-€. So hab ich jetzt für 2 Transmitter, 2x TT600 und 2 TT685 nur etwas mehr als für einen einzigen FL600 von Olympus ausgegeben!

Da hab ich nicht lange überlegen müssen, zumal die Berichte, die ich vorher im Netz gelesen habe, den Godox eine gute Qualität bescheinigt haben. Selbst wenn dann mal einer der Blitze ausfallen sollte, weil runter gefallen, dann ist Ersatz leicht zu beschaffen und reißt kein tiefes Loch ins Budget.

Hier mal ein paar Bilder vom TT600:

Wie man sehen kann, ist der Blitz einmal bei 1/8 Leistung und dann im nächsten Bild bei 1/4. Wer hinsieht, merkt das das Bild mit 1/8 auch dunkler ist. Eben genau 1 Blende 😉 Beim Testen hatte ich mir gedacht, das es doch ganz schön wäre, wenn die Displays auch zu sehen sind und hatte den im Bild abgebildeten eingeschaltet. Der war aber von vorher noch mit dem X1T-O auf der Kamera gekoppelt und hat sich entsprechend mit geregelt. Verbindung funktioniert also bewiesenermaßen tadellos 🙂

Da die Blitze einen recht großen Einstellungsumfang haben, empfiehlt es sich vor dem ersten Einsatz in Ruhe die BDA zu lesen. Ich bin ja kein Freund davon, aber hier hab ich gemerkt, das ich ohne nicht weit komme. Wenn man den Dreh raus hat, ist es alles sehr logisch, aber das Konzept muß man eben auch erst verinnerlichen.

Was mir am System zu Anfang verwirrend vorgekommen war, ist der Umstand, das man sowohl am Blitz als auch am X1T-O sowohl den Funkkanal als auch die Blitzgruppe einstellen muß. Nur so können sie miteinander „sprechen“. Ich hatte naiver Weise angenommen, das die sich quasi selbständig finden und konfigurieren. Aber natürlich macht es Sinn, wenn man das selber einrichtet. Woher sollen denn Sender oder Blitz wissen, mit welchen Einstellungen sie arbeiten sollen und die dann auch noch dem Fotografen passen 🙂

Das Schöne ist, das die Blitze einen sehr großen regelbaren Leistungsbereich haben, von 1/1 bis 1/128 in Drittelstufen sind regelbar. Das alles von der Kamera aus über den Transmitter ist für mich jetzt wirklich Luxus 🙂 Das macht das Arbeiten mit den Blitzen viel angenehmer, weil ich jetzt nicht erst den Blitz auf Augenhöhe bringen muß, die Softbox nicht geöffnet werden braucht, oder ich mal eben zussätzliche 3 Metter laufen muß. All das geht jetzt bequem von der Kamera aus.

Da ich mir auf Amazon einen Verkäufer gesucht hatte, der die Blitze im Set anbietet zu dem auch ein „Joghurtbecher“ gehört (ein Aufsteckdiffusor) sowie ein anklippbarer Filterhalter inkl verschiedener Farbfilter, kann ich die gut in den neuen Softboxen einsetzen. Das war früher immer ein Grund Speedlites nicht zu präferieren, wenn ich mit Softboxen gearbeitet habe. Da kommt es eben schon drauf an, das die Lichtformer komplett ausgeleuchtet werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Das Eingangsbild zeigt, was bei mir alles dabei war.

Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut. Im Gegensatz zu meinen Systemblitzen, kann der Blitzkopf ohne lösen einer Arretierung bewegt werden kann. Genau so wie bei den Yongnuos, kann man den Blitzkopf einfach drehen. Wobei ‚einfach‘ hier nicht ganz stimmt. Der Blitzkopf bewegt sich nur, wenn man ordentlich zupackt. Im ersten Moment kann man da schon kalte Füße kriegen, weil man befürchten kann den Blitz zu zerlegen. Ich hoffe, das sich das im Gebrauch mit der Zeit noch legt. Beim TT600 sehe ich da auch kein wirkliches Problem, da der ohnehin nur extern genutzt wird. Die TT685 will ich aber auf jeden Fall auch auf der Kamera einsetzen und da wäre es schön, nicht immer in Sorge zu sein das der Fuß vielleicht weg bricht.

Hoffentlich kommen die TT685O bald, damit ich das System dann komplett habe und ausführlich testen kann. Sobald die da sind, gibt es hier weitere Infos…

Kurze Zusammenfassung

  1. Die TT600 sind systemunabhängig, können also mit jedem Blitzschuh per Mittenkontakt ausgelöst werden. Wer will kann sie auch ohne das Godox-Funksystem einsetzen, solange er einen Auslöser dafür hat (zB die Yongnuo oder Phottix). Sie funktionieren dann wie jeder andere manuelle Blitz.
  2. Sie bieten einen großen Regelbereich von 1/1 bis 1/128 Leistung in Drittelstufen.
  3. Zusammen mit dem X1T von Godox können sie komplett von der Kamera aus gesteuert werden, im HSS-Modus auch bis 1/8000s
  4. Die zu letzt vorgenommenen Einstellungen beliben auch nach den Aus- und Wiedereinschalten erhalten. Man muß sich also nicht wieder komplett durch die Einstellungen hangeln, um sie wieder so einzurichten wie man sie haben möchte. Das erleichtert mir das Arbeiten ungemein, weil ich so schon bestimmt Gruppen für entsprechende Setups einrichten kann und die Blitze nur einschalten muß, um los zu legen.
  5. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut. Einzig der Blitzkopf läßt sich nur schwergängig in der Horizontalen bewegen.
  6. Der Preis ist sehr gut 🙂 Je nach Lieferant bekommt man noch nette Goodies dazu….

 

Update 26.7.17

Heute sind die TT685O angekommen und ich werd die jetzt erstmal ausführlich testen und dann hier in den nächsten Tagen etwas dazu schreiben.