Kaffeverkostung bei einer Privatrösterei

Vor kurzem hatte Karsten mich gefragt, ob ich ihn bei seiner Veranstaltung fototechnisch begleiten könnte. Karsten ist Inhaber von Classic Cafe, einer kleinen feinen Hamburger Kaffeerösterei.

Ab und zu macht Karsten dann auch Kaffeverkostungen als Kundenevents. Das ist fast schon so wie bei einem Weinsommeliere. Aber von vorne weg.

Zu Beginn

erklärt Karsten immer erst wie wir eigentlich auf den Kaffee gekommen sind. Seine Entstehungsgeschichte, seine Eigenarten, die Anbaugebiete und Sorten sowie etwas zu den unterschiedlichen Eigenschaften.

Weil Kaffee ohne Röstung aber nix ist, geht es dann für die Gäste an den Röster. Wer denkt Kaffee rösten sei etwas das man nebenbei macht, der lernt hier sehr schnell, das da höchste Konzentration und viel Fingerspitzengefühl gefragt ist!

Das Kaffeerösten

ist eigentlich nur der 2te Step. Erst muss man sich nämlich überlegen, welchen Kaffee man machen möchte. Es sind nicht alle Kaffees sortenrein. Filterkaffee wird anders gemischt (eben gar nicht!) als zB Espresso. Es kann also sein, das für bestimmte Kaffees nicht nur eine Sorte geröstet werden muß. Uns jede Sorte kann auf unterschiedliche Arten geröstet werden.

Man muß also vorher schon wissen was man braucht und wie der Kaffee behandelt werden muß damit das Ergebnis stimmt.

Das ist bei einer Verkostung natürlich nicht so speziell, dafür ist dann das Risiko den Kaffee zu verbrennen doch zu groß. Aber die Teilnehmer haben eben doch den ganzen Prozess den sie mitbegleiten. Kaffee aussuchen, Röster vorbereiten, Kaffee einfüllen, Kaffee rösten und natürlich am Ende den fertigen Kaffee abfüllen.

Kaffee verkosten

ist dann nur der letzte Schritt, um zu gewährleisten, das die Röstung gelungen ist. Wer schon mal gesehen hat, wie Weinsomeliere das machen, der hat eine Ahnung wie das auch beim Kaffee gemacht wird. Erst wird der frisch gemachlene Kaffee in eine Tasse gefüllt, danach heißes Wasser (kein kochendes) dazu gegeben und das ganze zieht kurz. Dann wird der optische Eindruck geprüft, das Kaffeemehl, das oben aufschwimmt, mit 2 Löffeln „gebrochen“ und dabei eine tiefe Nase vom Dampf eingeatmet. Danach dann dürfen die Kaffeetester erst aus speziellen Probierlöffeln so richtig, wie Mama das früher am Tisch noch verboten hat, den Kaffee schlürfen. Das wird gemacht, damit das Aroma sich mit der Luft vermischt und möglichst viele Geschmacksrezeptoren erreicht.

Bei einer „richtigen“ Verkostung würde der Kaffee nun ausgespuckt und die nächste Röstung probiert! Karsten ist da aber viel zu sehr Feinschmecker, als das er seinen Gästen nicht den Geschmack lassen würde.

So haben dann alle Teilnehmer ihren eigenen Kaffee geröstet und zum Schluß hin verkostet, was für viele breit grinsende und seelig guckende Gesichter gesorgt hat!

Wie immer ein paar Impressionen